Diagnostik

Für eine Diagnose nach der Chinesischen Medizin werden Sie als Patient ganzheitlich untersucht. Das heißt, anhand der traditionellen Augen-, Zungen- und Puls-Diagnose und unter Einbeziehung aller Beschwerden und Symptome wird anschließend eine umfassende Diagnose gestellt, die die wirklichen Ursachen beschreibt. Genauer gesagt, wird in unserer Praxis nach dem Si Zhen Fa – 四诊法, der 4 Diagnosen-Methode untersucht, die sich wie folgt zusammensetzt:

Si Zhen Fa – 四诊法:
望 诊 – Wang Zhen (Spüren und Schauen)
Seele und Energie
Gesichtsfarbe / Augen
Körperform
Zunge

闻 诊 – Wen Zhen (Hören und Riechen)
Stimme
Geruch

问 诊 – Wen Zhen (Fragen)
Anamnese

切 诊 – Qie Zhen (Tasten und Fühlen)
Puls fühlen
Körperpalpitation

image3Mithilfe dieser Untersuchungskriterien wird eine auf den gesamten Körper ausgerichtete Behandlung möglich. Im Gegensatz zur modernen TCM werden in der Chinesischen Kaiser-Medizin (中国宫廷御用药) insbesondere auch psychische Zustände, bzw. Veränderungen des Patienten mit einbezogen. Dabei ist es sehr wichtig, dass Sie während der Diagnose auf jegliche körperliche und emotionale Anzeichen hinweisen, auch wenn sie Ihnen als unwichtig erscheinen. Die umfangreiche und ganzheitliche Untersuchung erfolgt grundsätzlich unter Einbeziehung der Ba Gang Bian Zheng – 八纲辩证 (8 Schichten) und den Zang-Fu-Organen – 脏腑辩证 (Einteilung in Speicher- und Hohlorgane).

image2Wie auch die Untersuchung und Beratung, folgt die Gestaltung unserer Praxisräume ebenfalls sehr genau den alten Traditionen. So erfahren Sie auch beim Besuch in unserer Praxis, gewissermaßen durch eine “Zeitreise früherer Epochen der ursprünglichen chinesischen Kultur”, eine harmonische und entspannende Atmosphäre.

 

Unterschiede bei der Befunderhebung und Anamnese zwischen der Chinesischen Kaiser-Medizin und der modernen „TCM“

image4Einer der Unterschiede in der Diagnostik in der ursprünglichen Chinesischen Kaiser-Medizin (中国宫廷御用药) zur „modernen“ maoistisch geprägten TCM („Traditionellen“ Chinesischen Medizin) liegt in der Herangehensweise. Bei beiden Varianten wird beispielsweise die Zunge optisch untersucht. In der modernenTCM, sofern die Zungenuntersuchung überhaupt Anwendung findet, dient sie der Diagnose als gleichwertiges Kriterium wie alle anderen körperlichen Symptome. Die ursprüngliche Chinesische Kaiser-Medizin (中国宫廷御用药) jedoch nutzt dies neben der Gesichts-Diagnose lediglich zur eigenen Selbstkontrolle, ob die eigentliche Einschätzung auch wirklich richtig ist.

Das wichtigste diagnostische Verfahren war ursprünglich die „Augen-Diagnose“, womit keinesfalls die „Iris-Diagnose“ gemeint ist, wie sie auch im westlichen Raum verbreitet ist. Das physische Auge ist dabei nicht Gegenstand der Untersuchung sondern mehr ein Fenster für den Diagnostizierenden, durch das er in das Innere des Menschen hineinschaut. Es setzt eine hohe Sensibilisierung des Therapeuten voraus, die Energien des Patienten wahrzunehmen und so nicht nur physische Symptome festzustellen, sondern auch etwaige Zusammenhänge zwischen geistigen, seelischen Störungen und deren Auswirkungen auf den Körper. Darum geht es eigentlich in der Therapie der Chinesischen Kaiser-Medizin – das Gleichgewicht aller Kräfte wiederherzustellen und damit auch die Harmonie zwischen Körper, Seele und Geist.

image1Eine Pulsdiagnose allein ist in den meisten Fällen als zu ungenau zu bewerten, obgleich es einige wenige erfahrene Meister gab, die tatsächlich nur durch das Spüren des Pulses zielsicher die korrekte Diagnose erstellen konnten. Doch grenzten solche Fähigkeiten an einem ähnlichen „Spüren von Energien“, wie sie beim „Sehen durch das Auge“ praktiziert wird.

Leider wird im modernen China das reine Fühlen des Pulses vielfach praktiziert, obwohl dies für eine umfassende Diagnose viel zu ungenau ist.

Wirklich präzise, gleich nach dem oben beschriebenen „Spüren“ , zeigt nur die Form und Beschaffenheit der Zunge den jeweiligen Zustand des Körperinneren des Patienten an. Die Zungen-Analyse kann sich ohne schlechtes Gewissen mit aufwendigen und teuren Technologien der Schulmedizin messen – es stellt sich nur die Frage, wie gut die Anleitung ist.

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